Poschiavo,
2.–4. Oktober 2026

Poschiavo,
2.–4. Oktober 2026

Ein Festival, das ganz der Schweizer Literatur­produktion in den vier Landes­sprachen gewidmet ist.

Ein Festival, das ganz der Schweizer Literatur­produktion in den vier Landes­sprachen gewidmet ist.

Alle Veranstaltungen sind kostenlos


Donnerstag, 1. Oktober

17:20 Uhr, Piazza Poschiavo (DE/FR/IT)

Dreisprachige Lesung durch die Teilnehmenden am literarischen Übersetzungskurs


Freitag, 2. Oktober

20:00 Uhr, Casa Torre

Begrüssung

20:30 Uhr, Casa Torre

Cinzia Regens­burger, Cinzia, Sängerin und Pianistin aus Scuol, verbindet klassische Musik mit Pop/Jazz, räto­roma­nischer Sprache und der Natur des Engadins. Am Konzert präsentiert sie ihre neue EP «Per Tai», eine musi­kalische Reise durch die Liebe. Erzählungen von ersten Sonnen­strahlen, zweiten Chancen, schönen Momenten und Erinne­rungen. Auf der Bühne erwartet euch Cinzia am Flügel, Wurlitzer und mit ihrer ganz eigenen Piano-Band-Klangwelt. Begleitet wird Cinzia von den Back­ground­sänger­innen Samira und Rahel. Zusammen mit Tanz, Musik und sinnlichen Bühnen­elemen­ten entsteht ein berührendes Konzert­erlebnis. Das Publikum darf sich auf einen Konzert voller Emotion, Klang, Natur­verbunden­heit und Poesie freuen.

Anschliessend: Ex maglieria, Poschiavo, Eröffnungstrunk und Musik


Samstag, 3. Oktober

9:45 — 12:45 Uhr und 14:15 — 18:45 Uhr, Centro Parrocchiale

Es werden vier Routen vorgeschlagen, die am Samstag und Sonntag angeboten werden:

  • Erzählungen auf Italienisch, Deutsch, Romanisch, Französisch und Trari Trara anhören
  • Kleine und grosse Bücher binden
  • Geschichten erfinden und erzählen
  • Klitzekleine Seiten Blättern, unendliche Worte lesen, sprechende Figuren ansehen und in Bücher tauchen

Zur Kinderliteratur gehört das Geschichtenerzählen, das Zuhören, die Sprache, die zwischenmenschliche Beziehung zwischen der Person, die liest, und der Person, die zuhört, die Illustration und das innere Bild. Bücher sind auch physische Objekte, eine Erfahrung der Wahrnehmung und der Gefühle. Durch das Hören von Geschichten, das gemeinsame Erfinden von Erzählungen und das Binden eines eigenen Buches sollen die Kinder in den Workshops in engen Kontakt mit Literatur gebracht werden.Kindern die Möglichkeit geben, die Faszination von Büchern als Erfahrungsquelle, aber auch als konkrete Gegenstände zu erleben, sie kennen und schätzen zu lernen.

10:00 Uhr, Casa Torre (IT)
Massimo Gezzi ist Autor des Erzählbands Le stelle vicine (Bollati Boringhieri, 2021, Finalist des Master­card-Literatur­preises in der Kategorie Debüt), des Romans Adriatica (Gramma Feltrinelli, 2025) sowie der Gedicht­bände Il mare a destra (Atelier, 2004), L’attimo dopo (luca sossella, 2009, Metauro-Preis), Il numero dei vivi (Donzelli, 2015, Carducci-Preis, Tirinnanzi-Preis und Schweizer Literatur­preis),
Uno di nessuno. Storia di Giovanni Antonelli, poeta (Casagrande, 2016) und Sempre mondo (Marcos y Marcos, 2022). Für Mondadori gab er eine kommentierte Ausgabe des Diario del ’71 e del ’72 von Eugenio Montale (2020) sowie den Band Poesie 1975–2025 von Franco Buffoni (2025) heraus; für Marcos y Marcos Poesie scelte von Luigi Di Ruscio (2019) und La città lontana. Poesie 1993–2009 von Adelelmo Ruggieri (2021). Er gründete die Website «Le parole e le cose» und betreut sie gemeinsam mit Italo Testa; ausserdem leitet er zusammen mit Fabio Pusterla die Lyrikreihe «Le Ali» für Marcos y Marcos. Er lebt in Lugano, wo er an einem Gymnasium unterrichtet.
Laura Pugno ist Dichterin, Erzählerin und Essayistin. Zu ihren jüngsten Veröf­fentli­chungen zählen die Romane Noi senza mondo, La metà di bosco, La ragazza selvaggia, ausgezeichnet mit dem Campiello-Literatur­preis, und Sirene (Marsilio); die Essays Oracolo manuale per poete e poeti, gemeinsam mit Giulio Mozzi (Sonzogno), In territorio selvaggio (Nottetempo) und L’oltre. Poesia, Terzo paesaggio, Terza natura? (Il Saggia­tore); die Gedicht­bände I nomi (La Nave di Teseo, Laudomia-Bonanni-, CeSPOLA-, Marineo- und Forum-Traiani-Preise) und Noi (Amos, Franco-Fortini-Preis); die Erzählung Melusina, illustriert von Elisa Seizinger (Hacca). Sie arbeitet mit den Kultur­beilagen «Il Venerdì» und «TuttoLibri» der Tages­zeitungen «La Repubblica» und «La Stampa» zusammen. Sie schreibt für Theater, Film und Radio und ist Mitglied des wissen­schaft­lichen Aus­schusses des Premio Strega Poesia. Sie leitete das Italie­nische Kultur­institut in Madrid.
11:30 Uhr, Casa Torre (DE/IT)

Julia Weber wird 1983 in Moshi (Tansania) geboren und zieht 1985 mit ihrer Familie nach Zürich. Von 2009 bis 2012 studiert Julia Weber lite­ra­risches Schreiben am Schweizerischen Litera­tur­institut in Biel/Bienne.
Im Jahr 2012 gründet sie den Lite­ratur­dienst und ist 2015 Mit­begrün­de­rin der Kunst­aktions­gruppe «Literatur für das, was passiert» zur Unter­stützung von Menschen auf der Flucht. Im Frühjahr 2017 erscheint ihr erster Roman «Immer ist alles schön» beim Limmat Verlag in Zürich, mit zahlreichen Preisen ausge­zeichnet, unter anderem mit dem inter­natio­nalen Franz-Tumler-Literatur­preis, der Alfred Döblin Medaille der Universität Mainz.
2019 gründet Julia Weber mit sechs weiteren Schrift­stelle­rinnen das femi­nisti­sche Autorinnen Kollektiv «RAUF». Im Frühling 2022 erschien im Limmat Verlag ihr zweites Buch «Die Vermengung», welches 2023 mit dem ZKB Schillerpreis ausge­zeichnet wurde. Im Frühling 2026 erschien ihr dritter Roman «Weil ich Ruth bin» im Limmat Verlag.

Ruth Gantert ist Über­setzerin aus dem Franzö­si­schen, Italie­nischen und Räto­romani­schen. Zu ihren jüngsten Über­setzun­gen zählen wo das gewitter singt von Alexandre Lecoultre (Der gesunde Menschen­versand), Tombola von Jérémie Gindre (mit Steven Wyss, die brotsuppe), Nebel­flüchtige von Flurina Badel (Rotpunktverlag) und Dem Tag gehören von Emma Doude van Troostwijk (die brotsuppe). Bis August 2025 war sie Koordina­torin des Projekts Viceversa und verantwort­lich für die deutsche Ausgabe des Jahrbuchs sowie für die drei­sprachige Website viceversa­literatur.ch. Als Redakteurin und Kultur­vermittlerin ist sie Geschäfts­leiterin der Fondazione Casa Atelier di Bedigliora.

14:30 Uhr, Casa Torre (IT)
Sara Catella studierte nach dem Gymnasium in Como Literatur­wissen­schaft und Philosophie an der Staatlichen Universität Mailand. Sie absolvierte ihre Ausbildung am Schweize­rischen Literatur­institut in Biel, erwarb einen Master in Übersetzung an der Berner Fach­hoch­schule sowie ein CAS in Gender Studies an der Universität Lausanne. Neben ihrem literarischen Schaffen engagiert sie sich für den kultu­rellen Dialog. Sie moderiert Begegnungen und organisiert Veran­stal­tungen rund um Literatur und Übersetzung, leistet damit einen Beitrag zum kulturellen Leben und legt dabei besonderen Wert auf gemein­schaft­liches Arbeiten. Für den Verlag Casagrande übersetzte sie gemeinsam mit Gregory Catella den Essay Passare a ogni costo von Georges Didi-Huberman (2019). 2022 veröf­fentlichte sie dort ihren ersten Roman, Le malorose. Confidenze di una levatrice. 2023 erschien die gemeinsam angefertigte Übersetzung von Un incontro a Pechino von Jean François Billeter. 2024 veröf­fentlichte der Lausanner Verlag ASKIP Histoire un peu gourmande, ein Kinderbuch, das Sara Catella geschrieben und Cécile Koepfli illustriert hat. 2026 erschien Perché non esiste più la panna montata che mangiavo da bambina (Edizioni Casagrande).
Noemi Nagy (1996) wurde in der Schweiz als Tochter einer aus Sieben­bürgen stammenden ungarischen Familie geboren. Sie promo­vierte in Moderner Philologie und lebt zwischen Lugano und Mailand. Sie arbeitet mit verschiedenen Zeit­schriften und Kultur­insti­tutio­nen zusammen, darunter «Treccani», «L’Ulisse» und «Versodove», und übersetzt aus dem Franzö­sischen und Ungarischen. 2023 wurde sie mit dem Premio Nuovi Argomenti (Kategorie Lyrik) ausge­zeichnet. Ihr Debütband L’osso del collo erschien im XVI. Quaderno italiano di poesia con­tempo­ranea (Marcos y Marcos, 2023). Ihre Texte erschienen in spanischer Übersetzung in der von Antonio Nazzaro heraus­gege­benen Anthologie Palabras jóvenes de Italia (Colección Sur Editore, 2024). Der Gedicht­band Sottopelle (2025) erschien im Verlag Samuele im Rahmen der «Collana Gialla» von Porde­none­legge und wurde 2026 mit dem von der Schweizer Schiller-Stiftung verliehenen «Premio Terra Nova» ausgezeichnet.

Alice ist das wöchen­tliche Kultur-magazin von Rete Due, das jeden Samstag ab 14:35 Uhr die Welt der Bücher und des Verlagswesens erkundet. In Gesprächen mit Autor:innen, Verleger:innen und Über­setzer:innen entstehen Räume für Geschichten, Ideen und vertiefte Reflexionen rund ums Lesen, Schreiben und Publizieren.

Nach einem Abschluss in Literatur­wissen­schaften und ersten Berufs­erfahr­ungen bewirbt sich Moira Bubola erfolgreich bei einem Wettbewerb der RSI. Ihre journa­listische Laufbahn beginnt sie bei Rete Tre, bevor sie – dank ihrer Leiden­schaft für Kino und Literatur – ihre eigentliche Heimat bei Rete Due findet, dem Kultur­sender des Schweizer Radio RSI. Dort widmet sie sich einem breiten Spektrum kultureller Themen, sammelt Fern­seh­erfahrung durch die Moderation von Sonder­sendungen und übernimmt später die Leitung der Redaktion für kulturelle Aktualität. Einige Jahre danach wird sie zur Leiterin des unter­nehmens­über­greifenden Kompetenz­zentrums für Kino und Literatur ernannt – einer Redaktion, die Festivals sowie litera­rische und filmische Veran­stal­tungen begleitet und kuratiert. Ihre grosse Leidenschaft jedoch bleibt die Poesie – die erste Liebe, die sie einst zum Litera­tur­studium geführt hat und die sie bis heute begleitet und inspiriert.
16:00 Uhr, Casa Torre (RM/IT)
Göri Klainguti (1945) wuchs in Pontresina auf. Nach seiner Ausbildung zum Sekundar­schul­lehrer in Zürich unter­richtete er mehrere Jahre in Samedan, Ardez und Zuoz. 1990 übernahm er einen Bauernhof in Samedan, wo er bis heute lebt. Er ist mit Seraina Famos verheiratet, mit der er zwei Töchter hat, die ihnen fünf Enkelkinder geschenkt haben. Alle Bücher von Göri Klainguti sind im Ober­enga­diner Räto­romanisch Puter verfasst. Das neueste trägt den Titel Na, ogets nu discuorran (Nein, Gegen­stände sprechen nicht), wie der auf dem Cover abgebildete Bleistift treffend zum Ausdruck bringt.
Flurina Badel ist polyphone Schrift­stel­lerin und Künstlerin, deren künstle­rische Arbeit um das Gefühl des «Wir» in seinen vielfältigen Aus­prä­gungen kreist: mal experi­mentell, wie im Gedicht­band «tinnitus tropic» (Schweizer Literatur­preis 2020) und der Solo-Performance «disgust», mal konkret und erzählerisch, wie im Roman «Tschiera» (Bünder Literatur­preis 2025) – meist mit Humor und Ernst­haftig­keit zugleich. Badel engagiert sich über ihr Schaffen hinaus für mehr­sprachige Literatur, so ist sie unter anderem die zuständige Redaktorin der Literatur­sendung «Impuls» bei RTR, moderiert und kuratiert Veran­stal­tungen wie das Festival LitteraturA Nairs und sie unterrichtet Seminare wie «Linguistic auto­biography in literature» an der Banaras Hindu University und die Masterclass «Multi­lingualism as tool for literary writing» an der ArtEZ University of the Arts Arnheim.
17:30 Uhr, Casa Torre (FR/DE/IT)
Raphaëlle Lacord und Natalia Proserpi präsentieren die 20. Ausgabe der Zeitschrift viceversa, mit den Autor*innen Kay Matter, Sarah Elena Müller und Anne-Sophie Subilia.
Als Schweizer Zeitschrift für literarischen Austausch präsentiert viceversa die Stimmen von Autor*innen aus dem ganzen Land im Original und in Übersetzung. Die für viceversa verfassten Texte erscheinen jeden Herbst als Zeitschrift – und das ganze Jahr online auf LiteraturSchweiz.
Zur 20. Ausgabe hat viceversa eine neue Redaktion bekommen – und mit ihr auch ein neues Konzept. Unveröffentlichte Texte und ihre Übersetzungen, von Autor*innen und Übersetzer*innen aus der ganzen Schweiz, vereint in einer mehrsprachigen Ausgabe. Von Essay bis Erzählung, von Kritik bis Kinder- und Jugendliteratur, von Gedicht bis Graphic Novel – und im Kollektiv verfasste Texte.
Kay Matter (*1998 in Zürich) ist Autor und Dramatiker. Er ist in Zürich und Norditalien aufgewachsen und studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Seine Theatertexte werden international gespielt und wurden vielfach ausgezeichnet. Zuletzt schrieb er für das Schauspielhaus Zürich die Trilogie Stützliwösch Supertrans. 2024 erschien Kay Matters genre-bending Prosadebüt Muskeln aus Plastik bei Hanser Berlin, das sich als erstes Buch im deutschsprachigen Raum literarisch mit Post Covid auseinandersetzt. 2025 war Kay Matter zum Ingeborg-Bachmann-Preis eingeladen. Aktuell arbeitet er im Rahmen der Residency Milano Calling des Istituto Svizzero an einem neuen Buchmanuskript und an einem Theaterstück.
Sarah Elena Müller bewegt sich fliessend zwischen Literatur, Musik, Forschung und Performance. Sie testet, ertastet, birgt und transformiert Erfahrung in verschiedene Erzählformen. Ihr Debüt Roman Bild ohne Mädchen (2023) wurde vielfach ausgezeichnet, war für den Schweizer Buchpreis sowie den Rauriser Buchpreis nominiert und wurde ins Französische und Serbokroatische übersetzt. 10 Jahre trat sie mit der Spoken Pop Combo Cruise Ship Misery auf, mit der sie zwei Alben herausgegeben hat. Aktuell arbeitet sie gemeinsam mit dem Illustrator Luca Schenardi an einer Graphic Novel und schreibt für die freie Opern Compagnie «Merce & John» das Libretto Renn Fötus. Seit 2024 arbeitet sie im Team der SNF-Forschungsgruppe «Autofiktion & Bewusstsein». Sarah Elena Müller ist in Amden aufgewachsen, arbeitet überall, wo man sie lässt, und wohnt in Bümpliz. Ihr letzter Roman, Unwucht, ist im August im Limmat Verlag erschienen.
Anne-Sophie Subilia wurde 1982 als Tochter eines Schweizer Vaters und einer belgischen Mutter geboren. Sie lebt heute in Lausanne und wohnte zuvor in Berlin, Strassburg und Montreal. Sie ist unter anderem Autorin von Glissando (Zoé, August 2026), L’épouse (Zoé, 2022, Schweizer Literaturpreis 2023, nominiert für den Prix Femina und den Prix Médicis), Neiges intérieures (Zoé, 2020) und abrase (Empreintes, 2021). Ihre Romane zeichnen sich durch eine präzise und poetische Sprache sowie einen aussergewöhnlich scharfsinnigen Blick auf das Innenleben ihrer Figuren aus. Sie schreibt ausserdem für Sammelbände und Zeitschriften, für das Radio oder auch für die Bühne, etwa mit dem Monolog Qui-vive oder mit Hyperborée, einer Performance, die von einer Segeltour entlang der grönländischen Küsten inspiriert ist (2019). Sie arbeitet regelmässig mit der Musikerin Chloé Charrière zusammen, um musikalische Lesungen ihrer Texte zu komponieren. Gemeinsam mit Matthieu Ruf, Aude Seigne und Daniel Vuataz veröffentlichte sie den Roman Le Jour des silures (Zoé, 2023).
20:30 Uhr, Casa Torre (FR/IT)
Thierry Raboud wurde im Wallis geboren und wuchs dort auf; er ist Dichter, Autor und Lite­ratur­kritiker bei der Tages­zeitung «La Liberté». Er hat mehrere Gedicht­bände veröf­fentlicht, darunter Crever l’écran (Empreintes, 2019), der mit dem Prix Pierrette Micheloud aus­ge­zeichnet wurde, sowie Terres déclives (Empreintes, 2022), das vollständig auf der Schreib­maschine entstand, das mit dem Prix Tirage Limité/BCU aus­ge­zeichnet und ins Italienische (Valigie Rosse) sowie ins Deutsche (Die Brotsuppe) übersetzt wurde. Er veröf­fentlicht zudem in Zeitschriften, sowohl in der Schweiz als auch in Frankreich, und realisiert Künstlerbücher in Zusam­men­arbeit mit Fotograf:innen, Maler:innen oder Illustrator:innen.
Anfang 2026 veröf­fentlichte er seinen ersten doku­menta­rischen Roman, Un monde en liquidation, Histoires postglaciaires (La Baconnière), der derzeit übersetzt wird. Thierry Raboud ist auch im Bereich der Performance und der Instal­lation tätig und stellt regel­mässig seine typo­grafischen Werke aus, die Eingang in verschiedene öffentliche und private Sammlungen in der Schweiz finden.
Valentina Grignoli ist frei­schaf­fende Autorin und Kultur­journa­listin. Sie schreibt für «La Regione», «Ticino 7», «RSI Cultura», «Heidi.news» sowie für Fach­zeit­schriften in den Bereichen Literatur, Theater, Film und Gesellschaft. Sie verfasst Podcasts und Radio­doku­menta­tionen für die RSI, das Bundesamt für Kultur und «Viceversa». Ihr Interesse gilt der Literatur und dem Theater sowie Themen, die eng mit der Gesellschaft verbunden sind. Dazu gehören insbesondere das Verhältnis zwischen Mensch und Natur (ATG-Preis für Lokal­bericht­erstat­tung mit Selvatici, Swiss­Press­Award Science mit Uomo e orso: prove di coesistenza), Frauenrechte (Podcast Anna Swiss Riot Girlsss, Ermizia-Preis mit La voce delle donne, USSI-Preis mit Ajla e la fiamma di Olimpia) und die Lebenswelt der Jugendlichen. Als Drama­turgin wurde sie für die wandernde Drama­turgie­schule von Lucia Calamaro ausgewählt, im Rahmen derer sie eines ihrer Stücke in Venedig aufführte, und hat mehrere Theater­stücke für Kinder und Jugendliche verfasst. Als Autorin hat sie zwei Bücher veröf­fentlicht: Orme selvatiche, erschienen im Verlag ZicZic in Bari, und Case di Cose, erschienen bei Matita Edizioni in Venedig.

Sonntag, 4. Oktober

9:45 — 12:45 Uhr und 14:15 — 18:45 Uhr, Centro Parrocchiale

Es werden vier Routen vorgeschlagen, die am Samstag und Sonntag angeboten werden:

  • Erzählungen auf Italienisch, Deutsch, Romanisch, Französisch und Trari Trara anhören
  • Kleine und grosse Bücher binden
  • Geschichten erfinden und erzählen
  • Klitzekleine Seiten Blättern, unendliche Worte lesen, sprechende Figuren ansehen und in Bücher tauchen

Zur Kinderliteratur gehört das Geschichtenerzählen, das Zuhören, die Sprache, die zwischenmenschliche Beziehung zwischen der Person, die liest, und der Person, die zuhört, die Illustration und das innere Bild. Bücher sind auch physische Objekte, eine Erfahrung der Wahrnehmung und der Gefühle. Durch das Hören von Geschichten, das gemeinsame Erfinden von Erzählungen und das Binden eines eigenen Buches sollen die Kinder in den Workshops in engen Kontakt mit Literatur gebracht werden.Kindern die Möglichkeit geben, die Faszination von Büchern als Erfahrungsquelle, aber auch als konkrete Gegenstände zu erleben, sie kennen und schätzen zu lernen.

10:00 Uhr, Casa Torre (IT)
Laura Accerboni (1985) lebt in Genf. 2010 veröf­fentlichte sie ihren ersten Gedicht­band Attorno a ciò che non è stato (Achille-Marazza-Preis für Debütwerke 2011), gefolgt von La parte dell’annegato (2016). Ihre beiden jüngsten Gedicht­bände, Acqua acqua fuoco (2020), Finalist beim Premio Elio Pagliarani 2021, und Il prima e il dopo dell’acqua (2024), Finalist beim Premio Dessì 2024 und beim Premio Lerici Pea 2025 sowie aus­gezeichnet mit dem Premio Tir 2025, erschienen bei Einaudi. Ihre Texte wurden in zahlreichen Zeit­schriften im In- und Ausland veröf­fentlicht und in mehr als 15 Sprachen übersetzt. Seit 2016 gehört sie zu den für das von der EU geförderte Projekt «Versopolis» ausge­wählten Dichter:innen.
Sie widmet sich der Beziehung zwischen Poesie und bildender Kunst: Sie arbeitete mit der Fondazione Mario Novaro in Genua sowie in den vergangenen Jahren mit Artissima an einer Folge des Podcast «Lo stereo­scopio dei solitari» und mit Electa an einer Veran­staltung im Rahmen der Ausstellung «Louise Bourgeois. L’inconscio della memoria» (Galleria Borghese).
Mara Travella (1993) hat an der Universität Zürich in Lite­ratur­wis­senschaft promoviert. Ihre Forschungs­schwer­punkte liegen im Verlagswesen und in der Buch­geschichte, der zeit­genös­sischen Literatur, den Gender Studies sowie der Über­setzungs­wis­sen­schaft. Als Kultur­vermit­tlerin ist sie künstle­rische Leiterin der Casa della Lettera­tura della Svizzera italiana und Mitglied der Orga­nisa­tions­komitees des Literatur­festivals Chiassoletteraria, der dem Schreiben und der Übersetzung gewidmeten Bieler Gespräche sowie des Festivals aller-retour (Stiftung CH). Sie ist Mit­begrün­derin der Plattform für ita­lienisch­sprachige Schweizer Dramaturgie «Luminanza» (2020) und von «CH NETZWERK» (2023), einem Verein der Schweizer Literatur­festivals.
11:30 Uhr, Casa Torre (DE/IT)

Sarah Elena Müller bewegt sich fliessend zwischen Literatur, Musik, Forschung und Performance. Sie testet, ertastet, birgt und transformiert Erfahrung in verschiedene Erzählformen. Ihr Debüt Roman Bild ohne Mädchen (2023) wurde vielfach ausgezeichnet, war für den Schweizer Buchpreis sowie den Rauriser Buchpreis nominiert und wurde ins Französische und Serbokroatische übersetzt. 10 Jahre trat sie mit der Spoken Pop Combo Cruise Ship Misery auf, mit der sie zwei Alben herausgegeben hat. Aktuell arbeitet sie gemeinsam mit dem Illustrator Luca Schenardi an einer Graphic Novel und schreibt für die freie Opern Compagnie «Merce & John» das Libretto Renn Fötus. Seit 2024 arbeitet sie im Team der SNF-Forschungsgruppe «Autofiktion & Bewusstsein». Sarah Elena Müller ist in Amden aufgewachsen, arbeitet überall, wo man sie lässt, und wohnt in Bümpliz. Ihr letzter Roman, Unwucht, ist im August im Limmat Verlag erschienen.

Ruth Gantert ist Über­setzerin aus dem Franzö­si­schen, Italie­nischen und Räto­romani­schen. Zu ihren jüngsten Über­setzun­gen zählen wo das gewitter singt von Alexandre Lecoultre (Der gesunde Menschen­versand), Tombola von Jérémie Gindre (mit Steven Wyss, die brotsuppe), Nebel­flüchtige von Flurina Badel (Rotpunktverlag) und Dem Tag gehören von Emma Doude van Troostwijk (die brotsuppe). Bis August 2025 war sie Koordina­torin des Projekts Viceversa und verantwort­lich für die deutsche Ausgabe des Jahrbuchs sowie für die drei­sprachige Website viceversa­literatur.ch. Als Redakteurin und Kultur­vermittlerin ist sie Geschäfts­leiterin der Fondazione Casa Atelier di Bedigliora.

14:30 Uhr, Casa Torre (FR/IT)
Mélanie Chappuis ist eine in Bonn geborene Schweizerin. Sie verbrachte ihre Kindheit in Lateinamerika, Westafrika und den Vereinigten Staaten. Sie ist Romanautorin, Dramaturgin, Journalistin, Kolumnistin und Dozentin. Bis heute hat sie rund fünfzehn Werke veröffentlicht, darunter acht Romane, etwa La Pythie (Okama Verlag) und Suzanne, désespérément (BSN Press), sowie drei Theaterstücke, darunter L’Autre und Après la vague (BSN Press). Für RTS produzierte, inszenierte und moderierte sie die Literatursendung «Mon Truc en Plumes» die im Juli und August 2023 jeweils sonntags ausgestrahlt wurde.
Sara Catella studierte nach dem Gymnasium in Como Literatur­wissen­schaft und Philosophie an der Staatlichen Universität Mailand. Sie absolvierte ihre Ausbildung am Schweize­rischen Literatur­institut in Biel, erwarb einen Master in Übersetzung an der Berner Fach­hoch­schule sowie ein CAS in Gender Studies an der Universität Lausanne. Neben ihrem literarischen Schaffen engagiert sie sich für den kultu­rellen Dialog. Sie moderiert Begegnungen und organisiert Veran­stal­tungen rund um Literatur und Übersetzung, leistet damit einen Beitrag zum kulturellen Leben und legt dabei besonderen Wert auf gemein­schaft­liches Arbeiten. Für den Verlag Casagrande übersetzte sie gemeinsam mit Gregory Catella den Essay Passare a ogni costo von Georges Didi-Huberman (2019). 2022 veröf­fentlichte sie dort ihren ersten Roman, Le malorose. Confidenze di una levatrice. 2023 erschien die gemeinsam angefertigte Übersetzung von Un incontro a Pechino von Jean François Billeter. 2024 veröf­fentlichte der Lausanner Verlag ASKIP Histoire un peu gourmande, ein Kinderbuch, das Sara Catella geschrieben und Cécile Koepfli illustriert hat. 2026 erschien Perché non esiste più la panna montata che mangiavo da bambina (Edizioni Casagrande).
16:15 Uhr, Casa Torre

Giusy Fanaro lebt in Kriens und ist eine aus Italien stammende zeit­genös­sische Tänzerin, Tanz­pädagogin und Choreografin. Sie absolvierte ihre Ausbildung an der «Scuola del Balletto di Roma» und an der «AED Livorno» und schloss 2022 ihr Bachelor­studium in Zeit­genös­sischem Tanz an der ZHdK ab.
Während ihrer Ausbildung entwickelte sie eine vielseitige körperliche Praxis sowie eine künstlerische Forschung, die sich mit Präsenz, Identität und Trans­forma­tion auseinander­setzt. 2021/22 absolvierte sie ein Praktikum am Stadt­theater Bremerhaven. 2022 wirkte sie in der Produktion «Confessio» mit dem Leeman Physical Dance Theater mit und war 2023 Gast­tänzerin am Opern­haus Zürich in der Oper «La Rondine».
Von 2023 bis 2025 war sie Mitglied der Compagnie Snorkel Rabbit. 2025 wurde sie mit ihrem Solo «Soon Enough» für die Tank­stelle Bühne in Zusammen­arbeit mit Südpol (Luzern) ausgewählt und nahm im November desselben Jahres in Poschiavo am Residenz­programm von riverbero teil mit dem Solo «Mamma Sina». Seit 2026 ist sie Mitglied der PITT Dance Company und wirkt in der Produktion «I am, Wir Sind» mit. Parallel zu ihrer Arbeit als Tänzerin unterrichtet sie Tanz und entwickelt ihre künstlerische Forschung weiter.


Während des Festivals

Massimiliano Zampetti ist Schauspieler, Synchron­­sprecher, Speaker und Regisseur. Er hat mehr als dreissig Aufführungen unter­zeichnet und mit verschiedenen Institutionen zusammen­­­gearbeitet, darunter: Teatro d’Emergenza, LAC Lugano, Teatro Sociale Bellinzona, RSI Radio und Fernsehen. Mit Radix Svizzera italiana entwickelt er interaktive Shows in Schulen zur Sucht­prävention. Vor kurzem hat er den Verein Ex/Novo gegründet, um die Zusammen­­arbeit zwischen den verschie­denen künstlerischen Akteuren und Akteurinnen im Tessin zu erleichtern.

Lesungen auf der Piazza durch Gerold Ehrsam

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Poschiavo offre une tribune à la littérature de haut niveau, met l’accent sur la traduction, propose des activités de médiation littéraire pour les enfants, lässt Raum für Experimente, bietet Stipendien für den kreativen Rückzug ed è in lieu d’amicizias.

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